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Hochbetrieb in Deutschlands ältester Pfefferküchlerei in der Weihnachtsstadt Pulsnitz

Traditionelles Handwerk in siebter Generation

Ein altes Häuschen mit schiefen Wänden und niedrigen Decken. Niemand käme auf die Idee, dass ausgerechnet hier die berühmten Pulsnitzer Pfefferkuchen entstehen. Der Duft allerdings, der die vorbeigehenden Passanten betört, lässt keinen Zweifel daran. Selbst auf der Straße riecht es nach Weihnachten – und zwar das ganze Jahr über.

„Herzlich willkommen! Sie befinden sich hier in Deutschlands ältester Pfefferküchlerei. Sie besteht seit 1813, und ich bin die sechste Generation.“ Mit diesen Worten empfängt Peter Kotzsch neugierige Besucher, die sehen wollen, wie die berühmten Pulsnitzer Pfefferkuchen entstehen. Seine dunklen Arbeitsschuhe sind weiß vom Mehlstaub. Der Duft von Gewürzen kitzelt die Schleimhäute der Nase. Es riecht nach Zimt, Kardamom, Nelken, Nüssen, Zucker, Muskat, Chili, Ingwer und Schokolade. „Neun verschiedene Gewürze kommen in den Teig. Das Mischungsverhältnis bleibt jedoch unser Geheimnis“, erklärt Sohn Martin Kotzsch, mit seinen 20 Jahren die siebte Generation und der jüngste Pfefferkuchenmeister aller Zeiten. „Ich bin in der Backstube aufgewachsen, habe zugesehen, wie Großvater und Vater Pfefferkuchen gebacken haben. Schon als Kind stand für mich fest, dass ich die Familientradition fortführen möchte.“ Bis zu 180 kg Schokolade verarbeiten Vater und Sohn an einem Tag und bis zu 5000 kg Teig. „Pfefferkuchen sind pures Hüftgold“, sagt Peter Kotzsch und offeriert seinen Gästen die berühmten Pulsnitzer Spitzen: Pfefferkuchen, mit Schokolade überzogen, gefüllt mit Himbeer- und Johannisbeerkonfitüre.

Der Begriff „Weihnachtsgebäck“ trifft allerdings nicht den Kern der Sache, auch wenn das Städtchen Pulsnitz, eine halbe Autostunde von Dresden entfernt, offiziell als Weihnachtsstadt bezeichnet wird. „Pfefferkuchen haben nämlich das ganze Jahr über Saison“, erzählt Gabriele Kotzsch, die gute Seele des Familienunternehmens. „Unsere Osterhasen sind aus Pfefferkuchenteig, Festtagstorten für Hochzeiten, Jubiläen oder runde Geburtstage und Beigaben für die Tüten zur Einschulung. Wenn man so will, ist in Pulsnitz das ganze Jahr über Weihnachten.“ Mehr über die Zubereitungsweise der Pfefferkuchen, ihre Geschichte, die Herkunft des Namens und das Handwerk an sich erfahren Sie in Ausgabe 06/2019 der „Landbäckerei“.

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