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Kerzenhof-Café: Kuchengenuss und Konzerte am Nord-Ostsee-Kanal

Sogar Heavy-Metall-Bands sind dem Gebäck schon erlegen

Wer die kopfsteingepflasterte Auffahrt des Reetdachhofs betritt, wird nicht selten von Gitarrenklängen und Gesang empfangen. Denn wenn der Hausherr Stephan Bork Zeit hat, spielt er gern mal ein Lied für die Gäste. Der Multiinstrumentalist und seine Frau Dorte haben sich im beschaulichen Schafstedt (Schleswig-Holstein), direkt am Nord-Ostsee-Kanal, einen Traum erfüllt: Ihr idyllisch gelegenes Anwesen ist zugleich Tonstudio, Heimatmuseum, Dekoladen, Kulturcafé und Kerzenfärberei.

„Dass wir diesen schönen Resthof gefunden haben, verdanken wir einem glücklichen Zufall“, erinnert sich Dorte Bork. Jahrelang waren sie und ihr Mann mit den beiden Kindern zwischen Hamburg und Husum hin- und hergependelt. Stephan hatte in der nordfriesischen Stadt als Musiker gearbeitet und Dorte als PR-Assistentin bei einem großen Unternehmen in Hamburg. „Wir suchten ein neues Domizil in der Mitte und entdeckten diesen Hof von 1850 in einer Zeitungsanzeige.“ Das war vor 23 Jahren. Das Ehepaar brachte den Hof erst einmal auf Vordermann. „Unsere Kinder Anna und Jonathan sollten hier in Ruhe aufwachsen“, fährt die 51-Jährige fort. „Bald hatten wir einen traumhaft schönen Garten mit Ziegen, Hühnern, Hängebauchschweinen, Katzen, Hasen und Hund – alles wie gewünscht.“ Dorte kümmerte sich zunächst nur um die Familie, den Hof, die Tiere – und backte Käsekuchen. Doch nach drei Jahren wurde es der Powerfrau zu langweilig. Der ehemalige Kuhstall unterm Reetdach war viel zu schade, um nur als Abstellraum zu dienen, fand Dorte – und so erfüllte sie sich schließlich einen Traum, indem sie dort ein Café und eine Kerzenzieherei einrichtete. Viel Arbeit, Kreativität und Improvisationsgeschick hat sie in den Kuhstall gesteckt und ihn zu einem einzigartigen Ort gemacht. Das hat sich gelohnt – nicht nur, weil Dorte Bork mittlerweile sogar Heavy-Metall-Bands beglückt: „Falls ich je meine Memoiren schreibe, muss die Geschichte mit Wacken rein“, sagt die 51-Jährige. „Sonst glauben meine Enkel nie, dass ich mal Torten für Metallica gebacken habe. Ich konnte es ja selbst kaum glauben, als 2014 der Veranstalter des weltgrößten Heavy-Metall-Festivals anrief und mir den Auftrag gab, seine Bands zu beliefern. Seitdem geht’s jedes Jahr im August rund in meiner Backstube!“ Mehr über diese Anekdote sowie über den Hof der Borks lesen Sie in Ausgabe 05/2019 der „Landbäckerei“.

www.kerzenhof-dithmarschen.de